Vielbegabt, Hochsensibel und Selbstständig

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Mein Name ist Jasmin und ich bin eine hochsensible Scannerpersönlichkeit

Heute möchte ich euch von meiner persönlichen Seite erzählen. Warum ich das tue? Es ist mir ein großes Bedürfnis der Welt von uns hochsensiblen Menschen (15 – 20% der Menschheit) zu erzählen, denn sicher wissen einige nicht, was es damit auf sich hat und dass sie es möglicherweise sogar selbst sein könnten.

Auf meinem Instagram Post zum Thema Scannerpersönlichkeit meldeten sich einige und erkannten sich in meiner Beschreibung wieder. Es ist für mich wundervoll, anderen Menschen zu zeigen, dass sie nicht allein sind. Mir liegt das Thema Aufklärung in diesem Bereich sehr am Herzen – betrifft es mich doch auch!

Einige Merkmale hochsensibler Menschen:

  • Gefühle des „Andersseins“, augenscheinlich Schwierigkeiten in sozialen Kontakten
  • Ausgiebiges Reflektieren; augenscheinlich Schwierigkeiten bei der Entscheidungsfindung
  • ausgeprägte Empathie
  • Ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden, Loyalität, Wahrheitsliebe
  • „anderer“ Humor (davon aber viel)
  • Kreative, künstlerische Fähigkeiten
  • ausgeprägte emotionale Verwundbarkeit
  • Überhöhte Selbstansprüche, Selbstzweifel, Selbstkritik, Perfektionismus
  • Reiches Innenleben
  • Komplexe Denkweise
  • Sehr gutes Gedächtnis
  • Hohe Intelligenz
  • Hohe Empfindlichkeit gegenüber Lärm, Geruch, Geschmack, Licht und Farben, Berührungen
  • Starke Schmerzempfindlichkeit
  • Empfindlichkeit gegenüber Arzneimitteln, insbesondere Psychopharmaka und/oder Narkotika

Quelle Eliane Reichhardt, psychologische Beraterin und Coach https://www.eliane-reichardt.com/ – eine mir sehr geschätzte Person!

 

Highly Sensitive Person

Dies sind typische Merkmale eines hochsensiblen Menschen, kurz HSM. Ich persönlich mag den Begriff Hochsensitiv lieber, da dies die Beschreibung genauer trifft. Der Begriff Highly Sensitive Person wurde nämlich falsch ins Deutsche übersetzt, wie sich die Gelehrten zu diesem Thema einig sind. Leider haftet dem Wort Sensibel im Deutschen oft noch etwas Negatives an. Wer sensibel ist, ist ein Weichei, zu empfindlich, nimmt alles persönlich. Wenn ein hochsensitives Kind unter nicht so optimalen Bedingungen aufwächst, kann dies tatsächlich der Fall sein. Es hat aber nichts mit den eigentlich Merkmalen zu tun. Wenn eine Blume mit wenig Sonne aufwächst, wird sie auch kleiner werden, als eine andere Blume, die in der Sonne wachsen kann.

Von meiner Persönlichkeit als Hochsensible Person weiß ich nun schon wirklich lange. 13 Jahre um genau zu sein. Zeit, in der ich viel über mich und diese besonderen Merkmale lernen durfte. Und ich werde nicht müde, mich diesem Thema anzunehmen. Es ist einfach zu vielschichtig und noch heute lerne ich immer wieder dazu.

Deshalb fällt es mir gar nicht so leicht in einem einzigen Blogbeitrag darüber zu berichten. Dieses Thema füllt ja Bücher! Aber ich möchte von mir und meiner Persönlichkeit erzählen, weil ich anderen zeigen möchte, dass sie es vielleicht auch sein könnten und dass wir HSM nicht alleine sind. Und gerade in der Selbstständigkeit finden sich viele HSM wieder! Und vielleicht bleibt es ja nicht der einzige Beitrag zu diesem Thema?!

Manchmal fängt so eine persönliche Lebens-Geschichte etwas unglücklich an. Auch meine war nicht immer nur positiv. Als Kind war ich sehr schüchtern und still und habe gern stundenlang gemalt. In der Pubertät entdeckte ich dann, dass ich auch was zu sagen habe und von dem stillen Mäuschen, veränderte ich mich zu einer denkenden, tiefgründigen Persönlichkeit. Oft kam ich mir irgendwie anders vor – ich hatte oft andere Ansichten als die meisten Schulkameraden – ich eckte an!

 

Hochsensibel zu sein bedeutet nicht, eine Heulsuse zu sein

 

Ich war schon immer ein sensibler Mensch und mit der Auseinandersetzung mit diesem Thema, lernte ich die wahre Bedeutung des Begriffs kennen. Hochsensibel zu sein bedeutet nicht, eine Heulsuse zu sein oder immer alles krumm zu nehmen. Zugegeben ging es mir früher öfter so. Und so kamen auch Sprüche wie „Jetzt stell dich nicht so an“ oder „Nehme das nicht immer so persönlich“ hinzu. Ich verteidigte meine Ansichten oft bis zur Tränengrenze – aber nicht weil ich traurig war, sondern weil ich wütend war und meine Emotionen überkochten.

Ich bin eine leidenschaftliche und sehr begeisterungsfähige Persönlichkeit. Wenn ich von etwas überzeugt bin, werde ich dieses Themas nicht müde! So fand ich nun meinen Platz in der Selbstständigkeit (Nun schon seit über 3 Jahren) in der ich all meine Begeisterung legen kann und auch etwas mit Sinn machen darf – ich darf anderen Menschen helfen, sie glücklich und erfolgreich machen!

 

Die Scannerpersönlichkeit

Zu meiner hochsensiblen Seite gehört auch die Vielbegabte Seite als Scannerpersönlichkeit.

Der hochsensible Scanner hat einerseits viele Gaben. Wir sind reich beschenkt, doch oft können wir unsere Gabe nicht als Geschenk betrachten, sondern eher als Belastung. Der Scanner gilt als Vielbegabt und dieses auszuleben über- und unterfordert uns regelmäßig, ebenso das Ankommen und die Akzeptanz in der Gesellschaft.

Der Scanner hat eher den ungeraden Lebenslauf, hat viele Interessen, ist schnell gelangweilt aber auch schnell überfordert. Der Grad zwischen Über- und Unterforderung ist sehr schmal. Sich in diesem Grad zu bewegen fordert uns sehr heraus – wie finde ich meine Mitte – mit dieser Frage ist der Scanner wohl die meiste Zeit seines Lebens beschäftigt. Deshalb finde ich es sehr wichtig, sich ausgiebig mit der Thematik zu beschäftigen. Wissen schafft Erleichterung, Erkenntnis und der Austausch mit Gleichgesinnten lässt uns aufatmen: Zum Glück, ich bin nicht allein, zum Glück, ich bin nicht verrückt!

Dem Hochsensiblen haftet ja meistens eh seit Kindesbeinen das Gefühl an, er sei nicht von dieser Welt. Sind seine Ansichten und Empfindungen doch einfach anders, als der, der Normalsensiblen. Ist ein Hochsensibler Mensch auch noch ein Scanner, hat man oft noch mehr das Gefühl alleine zu sein – gerade mal 5% der Menschheit machen uns aus!

Sprüche wie „Jetzt mach das doch mal zu Ende“ oder „Warum bist du immer so wechselhaft“ bekommt man oft zu hören und verunsichern uns. Wollen wir doch einfach so sein, wie andere auch. Doch wir sind es einfach nicht, weil wir eine andere Denkstruktur im Gehirn aufweisen und dies anzuerkennen erfordert viel Selbstakzeptanz durch Eigenstudium und wie oben beschrieben viel Austausch zu unserem Thema.

Auch ich fand erst Frieden durch jahrelanges Belesen zu diesem Thema. Heute fühle ich mich ok damit. Nicht immer gelingt es mir in meiner Mitte zu sein. Schnell schalte ich auch heute noch in die Überforderung (Reizüberflutung) und merke es zu spät. Hier ist es wichtig, dass ich mir dann auch die Ruhe gönne, die ich dann brauche.

 

Die Selbstständigkeit bietet einen unheimlich großen Spielplatz an Möglichkeiten

 

Seit ich Selbstständig bin, wird mein Interesse an anderen Themengebieten weniger – bietet mir die Selbstständigkeit einen unheimlich großen Spielplatz an Möglichkeiten mich zu bilden oder weiterzuentwickeln! Dennoch gibt es dann Themen, mit denen ich mich sporadisch beschäftige (Medizin, Bio Chemie, Psychologie…) und auch nie ganz studiere – denn hat der Scanner für sich ein Thema begriffen, muss er nicht das ganze Buch durchlesen. Wir begreifen schnell, lesen quer und oft nicht zu Ende. Aber so sind wir eben und das dürfen wir ruhig auch mal annehmen.

 

Wie kann ich mehr zu meiner Mitte finden?

01 Lese viel zu diesem Thema – Selbsterkenntnis und Akzeptanz dauert!

02 Gehe oft in die Natur, mache Yoga, Sport oder meditiere – das bringt Ruhe/ Balance in dein Leben

03 Tausche dich mit Gleichgesinnten aus – das gibt dir einerseits Wissen, aber auch das Gefühl nicht allein zu sein

Und wie erwähnt finden sich in der Selbstständigkeit, unter uns Einzelunternehmerinnen viele HSM und Scannerpersönlichkeiten und somit lohnt es doppelt und dreifach selbstständig und selbstbestimmt zu arbeiten!

 

Foto by Steven Ritzer| Unsplash

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