Wie ich zu meiner Selbstständigkeit kam

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Wie ist das eigentlich bei mir gelaufen? Was war mein Warum, meine Antriebsfeder?

Ganz ehrlich: Mir war Vieles am Anfang nicht klar. Ich bin da so rein geschlittert. Aber das war richtig gut so!

Meinen langjährigen Traum Grafikdesignerin zu werden, konnte ich mir erst 2007 erfüllen. Und auch mein Studium dauerte länger wie geplant. Aber ich liebte es! Ich war der glücklichste Mensch auf Erden, endlich meinen Traumjob ausleben zu können! Ich liebe Design einfach – ästhetische und schöne Dinge zu kreieren. Als dann das Studium zu Ende war, kam die Praktikumszeit auf mich zu. Oh man, keine schöne Zeit für mich! Das passte einfach nicht für mich. Viel mehr noch – es machte mich wirklich krank!

Auch weitere Versuche in Agenturen, mit Festanstellung endeten in der Krankheit. Das ging bei mir fix, weil ich als hochsensibler Mensch auf der einen Seite sehr empfindsam bin, aber auch sehr ehrgeizig, zielstrebig und damit setzte ich mich selbst unter Druck – Stichwort Perfektionismus! Der Druck der dann auch noch von außen und oben kam und was dann alles noch passierte, führten dazu, dass ich wieder krank wurde und arbeitslos. Ich stürzte in eine tiefe Krise!

 

Ich dachte ich sei endlich angekommen

 

Was sollte ich tun? Ich stellte meinen ganzen Beruf in Frage! Ich stellte mich in Frage! Ich dachte, ich sei endlich angekommen (nach dem 3. Beruf, den ich bereits nun ausübte). War ich es doch nicht? Warum fiel es mir so schwer? Ich verfluchte wieder einmal meine sensible Seite an mir. Alle konnten das Spiel spielen, nur ich wieder nicht. Ich brauchte erstmal eine Auszeit und arbeitete damals sogar als Buchhändlerin. Da bin ich eben mal so schnell eingestiegen – quer natürlich. Ich hatte damals eine sehr liebe Chefin und das tat mir gut. Da war plötzlich wieder jemand, der an mich glaubte und viel Potential in mir sah! Vielleicht wäre ich damals dort geblieben, wenn nicht ein Umzug erstmal alles veränderte. Wieder näher bei der Familie, ein neuer Lebenspartner, wieder ein Umzug. Wieder die ganz große Freiheit. Und ein neuer Versuch als Grafikdesignerin in einer vielversprechenden Agentur. Mit flachen Hierarchien, arbeiten auf Augenhöhe, mit gemeinsamen Kochen in der Pause, Hunden zum streicheln und wohlfühlen… und total überarbeiteten Chefs! Ihr ahnt schon – der schöne Schein trügte. Es hagelte Überstunden, miese Stimmung, hysterische Anfälle… auch dieses mal ging wieder nicht gut aus. Ich stürzte wieder in eine Krise. What da hell…, fragte ich mich damals?! Was soll ich jetzt nur machen?? Obendrein lebte ich damals in einer Stadt, die von Designern, Grafikern, Grafikstudenten nur so überschwemmt ist. Leipzig ist eine sehr kreative Stadt und bietet einige gute Studienmöglichkeiten im Designbereich. Jobs gab es also nicht wirklich viele.

 

Gr0ße Frage, viel Stoff zum nachdenken

Es ploppte wieder die alte, große Idee auf, die damals schon nach dem Studium in mir gärte. Und wenn du dich nun selbstständig machst?? Große Frage, viel Stoff zum nachdenken. Eigentlich wusste ich schon nach kurzer Zeit – ich mach das jetzt! Ich hatte ja nur 2 Wahlen – Beruf an den Nagel hängen oder selbstständig werden. Also sprach ich mit meiner Beraterin beim Arbeitsamt – Thema Existensgründerzuschuss. Wir wissen ja – es kommt da ganz auf den Typen an, an den wir geraten. Ich war zuckersüß und charmant zu ihr – das kann ich gut 😉 Und am Ende willigte sie ein und händigte mir die Unterlagen für den Antrag zum Existensgründungszuschuss aus. Die Unterlagen zu haben bedeutete aber nicht, dass ich auch das ok hatte. Jetzt hieß es Bürokratenkram bewältigen. Ich schrieb einen Businessplan, besuchte ein Existenzgründerseminar und ließ mich dort im Existensgründerzentrum beraten. Am Ende reichte ich alles ein und es dauerte gar nicht so lange, bis ich das ok hatte.


Ich wusste schon nach kurzer Zeit – ich mach das jetzt!


Ui, es ging los! Jasmin wurde zur Unternehmerin. Zur Femalepreneur. Zur Frau im Business!

Das ist jetzt nun 3 1/2 Jahre her. Und ich bereue es NICHT! Natürlich war es nicht leicht am Anfang. Aber ich biss mich schon durch. Machte Erfahrungen als Freelancerin, mit anderen Agenturen, baute meinen Kundenstamm aus und positionierte mich im letzten Jahr neu. Trial and Error. Und es geht weiter und es ist das Beste, was mir je passieren konnte. Auch wenn es natürlich am Anfang weh tat.

 

Und was ist nun mein Warum?

Was da alles auf mich zu kam, wusste ich am Anfang natürlich nicht. Ich wusste nicht, welcher Raum sich für mich auftat. Ich wusste nichts von Netzwerken oder unterschätzte die Macht von Social Media. Und so lernte ich die Macht des Netzwerkens und von Social Media kennen. Ich konnte mich belesen, da andere Kolleginnen einen tollen Mehrwert lieferten. Ich konnte mich so richtig mit meinem Lieblingsthema Persönlichkeitsentwicklung auseinander setzen. Ich besuchte Seminare, lernte dazu. Bog auch mal falsch ab. Und ich begriff, wie viel MEHR es war, als einfach NUR selbstständig zu sein. Ich begriff, dass ich meinem Tun MEINEN eigenen Stempel aufdrücken durfte, ja sogar muss. Endlich konnte ich etwas mit Sinn machen. Sinn, für den es sich jeden Tag lohnt aufzustehen. Und das Beste – ich muss nicht mehr fremdbestimmt arbeiten. Kein doofer Chef mehr, der mir seinen Sinn aufzwingen möchte, der seine Launen an mir auslässt. Ich darf mich entfalten, kann mich entwickeln und ich habe sooo viele Möglichkeiten – eine wahre Goldgrube für Scanner!

Heute kenne ich mein Warum – mein ganz persönliches Warum ist es, ganz sicher nicht mehr in einer Agentur arbeiten zu müssen! Und das ist meine persönliche Antriebsfeder für ALLES!

Foto by Brook Lark | Unsplash

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